Klima & Co
Großes Finale bei Deutschlands höchstdotiertem Klimaschutzwettbewerb für Schulen.
Für zehn Schulteams aus ganz Deutschland gings um’s Ganze: Insgesamt 100.000 Euro Preisgelder wurden in Berlin beim Finale von Klima & Co vergeben.
Drei Teams erhielten ein Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro, gestaffelt in 50.000, 30.000 und 20.000 Euro.
Neu im Jahr 2010 war, dass zehn Schulen je 10.000 Euro von Aktion Klima! aus der BMU-Klimaschutzinitiative erhielten.
Das Preisgeld war zweckgebunden und musste für die Umsetzung der Wettbewerbskonzepte ausgegeben werden.
Klima & Co ist eine Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministers. Zum zweiten Mal seit 2008 haben in zahlreichen Schulen in Deutschland Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerschaft im Rahmen von Klima & Co an Maßnahmen zur Energieeinsparung und gegen den Ausstoß von Kohlendioxid getüftelt.
Insgesamt 200 Schulen haben sich im letzten Jahr an der Initiative beteiligt. Die eingereichten Konzepte würden zusammen eine jährliche Einsparung von über 15.000 Tonnen CO2 ergeben. In einem mehrstufigen Verfahren wurden durch ausgewiesene Sachverständige, unter anderem vom Öko-Institut, die dreizehn besten Schulen nach Berlin eingeladen. Sie präsentierten ihre Konzepte vor einer Jury, der neben dem Öko-Institut unter anderem auch das Bundesumweltministerium, der BUND und die Bundesschülervertretung angehören.
Die zehn Finalisten stellen sich vor
BBS Osterholz-Scharmbeck
In der Berufsbildenden Schule in Osterholz-Scharmbeck werden 2200 SchülerInnen von 140 Lehrkräften in 27 verschiedenen Bildungsgängen und 25 Berufen ausgebildet. Das regionale Kompetenzzentrum für berufliche Bildung ist in einem modernen Gebäudekomplex untergebracht und hat sich als Umweltschule in Europa und UNESCO-Projekt-Schule einerseits intensiv mit Umwelt-, aber auch mit Bildungs- und Motivationsfragen befasst. Das Leitbild der BBS ohz weist daher unter anderem die Umwelt- und Zukunftsorientierung als ein zentrales Ziel aus.
Die Schule hat mit der Installation einer Photovoltaik-Anlage ein eigenes CO2-Kompensationsprojekt für Fernreisen ins Leben gerufen, das 2007 bereits prämiert wurde.
Darüber hinaus gehende Maßnahmen erbringen eine CO2-Einsparung von 36 t und umfassen im Bereich der Effizienz folgende Aktivitäten:
• Tageslichtabhängige Flurbeleuchtung
• IT-Infrastruktur (10 Switches)
• Master-Slave Steckdosen
• CO2-Ampel (Messgerät)
• Optimierung der Regelung für ein Rolltor
Mobilität
• Anschaffung 25 Dienstfahrräder
• andere Mobilitätsmaßnahmen, Werbung und Angebote für Klimakompensation
Ernst-Mach-Gymnasium Haar
Das Ernst-Mach Gymnasium in Haar hat 1160 SchülerInnen und 90 LehrerInnen. Das Schulgebäude wurde in Fertigbauweise errichtet und verfügt bereits seit den 1990er Jahren über eine Photovoltaikanlage. Die Europa- und Agenda21-Schule hat sich darüber hinaus an verschiedenen Umweltbildungsaktivitäten beteiligt.
Wesentliche Maßnahmen des aktuell eingereichten Beitrags stellen Modernisierungen im Wärmebereich und eine höhere Effizienz bei der Benutzung dar. Ein weiterer Fokus wurde auf moderne Beleuchtungstechnologie und das Thema Mobilität gelegt.
Das Paket von sechs technischen Maßnahmen sowie die Unterstützung von Veränderungen des Verhaltens ergibt eine CO2-Einsparung von 156 t.
Die Maßnahmen im Einzelnen sind:
Modernisierung/Einsparung
• Hydraulischer Abgleich Heizungsanlage
• Thermostatventile ergänzen
• Präsensmelder für Beleuchtung auf den Fluren
• LED Beleuchtung für Objektstrahler
• Lichtsteuerung für Räume der Lehrkräfte, Bewegungsmelder für WC Lehrkräfte
• Dezentrale Lüftung in zwei Klassenräumen Angebote zur Verhaltensänderung:
• Abstellplatz für Fahrräder
Motivation und Unterstützung nachhaltiger Umsetzung:
• Ausbildung und Einsatz so gennanter Energiescouts
Freiherr-vom-Stein-Schule Kiel
Die mit 450 SchülerInnen und 36 LehrerInnen vergleichsweise kleine Realschule ist Teil eines 1957 gegründeten Schulzentrums, das außerdem ein Gymnasium sowie eine Haupt- und Grundschule umfasst. Die Schule ist in einem alten Gebäudekomplex mit Gasheizung untergebracht.
Die von der Klasse 10a und ihrer Betreuerin eingereichten Vorschläge unter dem Motto „Mit kleinen Schritten zum Erfolg“ konzentrieren sich neben einigen Modernisierungs- und Effizienzmaßnahmen (Abdichten von Türen und Sanierung von Fenstern) vor allem auf die Motivation und Ansprache von SchülerInnen (Testimonials, Kreuzworträtsel) und Eltern, aber auch die Aktivierung von BewohnerInnen im Stadtteil – und bundesweit (Aktion Badewassersparer).
Die folgenden fünf Maßnahmen konnten bewertet werden und erzielen eine CO2-Einsparung von 108 t:
• Sanierung ausgewählter Fenster
• Herstellung und Einführung Zugluftstopper
• Jährliche Klimastraßenaktion
• Bewegungsmelder für Toilettenbeleuchtung
Motivation und Information:
• Durchführung von Stadtteilaktionen
Hans-Schwier-Berufskolleg Gelsenkirchen
Die im Jahre 1980 gegründete Berufsschule für Landesfachklassen und später um eine Fachschule für Technik erweiterte Einrichtung der Stadt Gelsenkirchen wird von 2600 SchülerInnen besucht, die von über 70 LehrerInnen unterrichtet werden. Das Berufskolleg ist Teil eines Bildungscampus.
Die in 1983 errichteten Gebäude wurden erweitert, wobei die technische Ausstattung zuletzt im Sommer 2009 modernisiert wurde.
Den Wettbewerbsbeitrag hat die Oberstufe der Fassadenmonteure eingereicht (6 Schüler unterstützt von ihrem Fachlehrer). Die Schüler sahen aufgrund der technischen Bedingungen an der Schule vorrangig drei Handlungsfelder. Mit ihren vorgeschlagenen Maßnahmen, die sich auf den Einsatz elektronischer Thermostatventile sowie auf verschiedene Vorschläge zur innovativen Fassadengestaltung konzentrieren, erreicht die Schule eine Einsparung von 156 t.
Die zentrale Maßnahme, die in die Bewertung eingeflossen ist, ist der:
• Einsatz elektronischer Thermostatventile
Weiterhin vorgeschlagen im Bereich Solarenergie:
• Integrierte Solaranlage (Fassade)
Motivation und Information:
• Klassenberatung mit dem CO2-Programm (geplant)
cher Thermostatventile
Hildegardis-Schule Hagen
Das Gymnasium in der Trägerschaft des Erzbistums Paderborn wurde vor 80 Jahren gegründet und ist Mitglied im Verein Mathematischnaturwissenschaftlicher Excellenz-Center. 1050 SchülerInnen werden von 70 LehrerInnen im Leitgedanken Hildegard von Bingens „Wisse die Wege“ unterrichtet. Neben Naturwissenschaft und Sprachen spielen daher auch ökologische Themen eine Rolle.
Die Klima-AG von 10 SchülerInnen, die sich erst vor einem halben Jahr gegründet hat, konzentrierte sich auf drei wesentliche technische Themen. Daneben werden aber auch Anstrengungen unternommen, um die MitschülerInnen zu informieren (Multivision für ausgewählte Klassen) und zu motivieren (Durchführung einer Energiesparwoche). Mit den gewählten und anrechenbaren Maßnahmen können die SchülerInnen ihre CO2-Bilanz um 39 t verbessern.
Die ausgewählten Maßnahmen sind:
• Ersatz alter Fenster
• Luft-Wärmepumpe
• neue Heizkörper (Einsatz einer Wandflächenheizung)
Mobilität
• Bildung von Fahrgemeinschaften für den Nachmittagssport
Holstenschule Neumünster
In der Holstenschule Neumünster werden 875 SchülerInnen von 48 Lehrkräften von der 5. Klasse bis zum Abitur unterrichtet. Neben dem sprachlichen Zweig der Oberstufe gibt es einen naturwissenschaftlichen Zweig. Die Europaschule befindet sich in einem über 100 Jahre alten – denkmalgeschützten - Hauptgebäude, das durch einen Neubau mit Sporthalle und die Übernahme von Altbaugebäuden einer angrenzenden Grundschule ergänzt wird. Die besonderen Bedingungen des Denkmalschutzes stellten eine Herausforderung dar, sowohl hinsichtlich der Ist-Aufnahme, als auch bezogen auf die Erarbeitung von Vorschlägen.
Die Klasse 12e mit Kernfach Chemie stellte sich dieser Aufgabe und entwickelte im Rahmen ihres fächerübergreifenden Chemieunterrichts ein Konzept, das praktikable und effektive Maßnahmen beinhalten sollte.
Mit den gewählten und berechenbaren Maßnahmen, die auch Information und Motivationsarbeit erfordern, kann eine CO2-Einsparung von 159 t erzielt werden.
Die Handlungsschwerpunkte umfassen im Einzelnen:
Effizienz bei Strom und Wärme
• Einbau einer Heizungssteuerung
• Umsetzung eines intelligenten Lüftungskonzeptes
• Optimierung der Beleuchtung (Bewegungsmelder)
Mobilität (Information und Motivation)
• Optimierung des Individualverkehrs durch Mitfahrzentrale
Außerdem setzen sich die SchülerInnen ein für die
• Begrünung der Fassaden
Mathilde-Eller-Schule München
Das Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Entwicklung in München beherbergt rund 230 Schüler und Schülerinnen, die in 22 Klassen und vier Stufen gefördert werden. Der Mathilde-Eller-Schule ist ebenfalls eine Heilpädagogische Tagesstätte angeschlossen, in der weitere 120 SchülerInnen betreut werden. Die modern ausgestattete Schule verfügt über ein Lehrhallenbad, dessen Effizienzverbesserung den Kern des eingereichten Konzeptes darstellt, das insgesamt eine CO2-Einsparung von 136 t realisieren kann.
Neben der Einsparung von Wärme trägt eine effizientere Beleuchtung hierzu bei, ebenfalls gewürdigt werden muss die Erarbeitung von Informationsmaterialen, die anderen Schulen und Einrichtungen beim Klimaschutz helfen sollen sowie der Einsatz von „Energiesparfüchsen“. Die Schule hat für diese Aktivitäten bereits beim ZDF sowie bei der Allianzstiftung einen Preis erhalten.
Die Maßnahmen gliedern sich in die Bereiche:
Effizienz
• Stromeinsparung durch Reduktion Stand-by und Reduzierung der Beleuchtung
• Verbesserte Heizungspumpen
Wärme
• Wärmeeinsparung durch Reduktion Schwimmbadbeheizung, Flurbeheizung und optimiertes Heizen und Lüften in den Klassenräumen
• Solaranlage Schwimmbad
Motivation und Information:
• Einsatz Energiesparfüchse (SchülerInnen werden zu Energieexperten ausgebildet und beraten andere Klassen)
Konzeption und Entwicklung von Informationsmaterial für andere Schulen
Schulzentrum Neckartenzlingen
Das Schulzentrum besuchen rund 1900 SchülerInnen, die von 74 LehrerInnen unterrichtet werden. Die Schule zeichnet sich unter anderem durch eine Orientierung auf Kunst, Musik, Film und Architektur (freiwillige AG) aus.
Die von SchülerInnen bereits im Jahr 2000 gegründete Solar-AG der Schule hat ihr Projekt „effizient und nachhaltig“ im Schuljahr 2008/2009 gestartet. Die verschiedenen Vorschläge zur Energieeffizienz – insbesondere im Bereich Beleuchtung - erfordern hohes Engagement und Eigenleistung, bewusst sollen alle SchülerInnen einbezogen werden. Die Solar-AG hat bereits vier Photovoltaik-Anlagen und eine Solarthermie-Anlage für die Schule realisiert, unter Einbeziehung von Bürgeranteilen und zahlreichen weiteren Finanzierungsangeboten – die Solar-Aktivitäten wurden mit dem 2. Preis der Stiftung Brandenburger Tor prämiert.
Die wesentlichen Maßnahmen, die eine CO2-Einsparung von 104 t realisieren können, umfassen im Einzelnen:
Effizienz
• Austausch Energiesparstrahler
• EVG- und Leuchtstoffröhrenwechsel
• Einsatz von Bewegungsmeldern
• Pumpenwechsel
• Neue Türoffenhalter
Information und Motivation
• Gutachten Nachahmungskampagne
St. Dominikus Mädchengymnasium Karlsruhe
Das katholische Mädchengymnasium beherbergt 720 Schülerinnen und 60 LehrerInnen. Die überwiegend älteren Gebäude sowie ein neuerer Erweiterungsbau in Fertigbauweise sind an das städtische Fernwärmenetz angeschlossen. Unterstützt von professionellen Sponsoren und Beratern hatte sich die Schule bereits im letzten Jahr erfolgreich am Klima & Co-Wettbewerb beteiligt.
Auch in diesem Jahr haben sich die Schülerinnen mit dem Thema Energieeffizienz, Einsatz von Solarenergie, Wärmedämmung sowie zusätzlich mit Fragen der Mobilität beschäftigt und die erarbeiteten Vorschläge – die eine Einsparung von 197 t realisieren können – sind aufeinander abgestimmt.
Die gut begründeten Maßnahmen umfassen im Wesentlichen die folgenden fünf Schwerpunkte:
• Dämmung der oberen Geschossdecke im gesamten Schulgebäude
• Hydraulischer Abgleich im Nebengebäude
• Lüftungswärmerückgewinnung
• Einsatz von Bewegungsmeldern bei Toilettenbeleuchtung
Mobilität
• Kompensation von CO2 durch atmosfair
Ergänzend zu den technischen Maßnahmen sind bereits seit 1999 pro Klasse jeweils zwei Energiemanagerinnen im Einsatz, die das Nutzerinnenverhalten unterstützen, Thermostatventile nachregeln, spezifische Informationsangebote geben und die Werte kontrollieren
St. Ursula Schule Würzburg
In der St. Ursula Schule in Würzburg werden derzeit rd. 1420 Schülerinnen von 107 Lehrern unterrichtet. Die Schule bietet sowohl eine Realschule mit vier Zweigen wie auch ein sprachliches und sozial- und wirtschaftwissenschaftliches Gymnasium unter der Trägerschaft der Ursulinen. Die Schule ist in historischen Gebäuden untergebracht.
Die Schülerinnen der Umweltgruppe „Aktion Tacheles“ sind seit 2007 bereits aktiv und haben in ihrer Freizeit eine Vielzahl von Vorschlägen und Motivationsunterlagen (Flyer, Elternbriefe, Informationsmaterialien) erarbeitet. Sie haben sich bislang vorrangig auch mit der Qualität von Produkten und Nachhalti-gem Konsum beschäftigt.
Der nun eingereichte Beitrag enthält neben technischenergetischen Maßnahmen auch wiederum Vorschläge zum Mobilitätsverhalten, zur Mülltrennung und zur Umstellung des Kantinenangebotes. Durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen ergibt sich insgesamt eine CO2-Einsparung von 229 t. Die Vorschläge sind eingebunden in zahlreiche kommunikative Angebote.
Die wichtigste technische Maßnahme ist der konsequente Einsatz von:
• Thermostatventilen mit Zeitschaltuhr
ebenfalls geplant ist der Einsatz von
• Leuchtstofflampen
• Recyclingpapier, sowie eine konsequente
• Trennung des Mülls
die Angebote zur Verhaltensänderung umfassen Information und Schulungen, einerseits im Bereich Mobilität sowie im Bereich Ernährung:
• Änderung des Schulwegprofils
• Fleischlose Tage in der Kantine.
Neben dem technischen Konzept sind auch die begleitenden Maßnahmen gut fundiert und vielfältig


