
Die Firma Die Gründung von Schülerfirmen ist eine beliebte Methode, wenn es darum geht, im Rahmen des Unterrichts unter- nehmerisches Denken und Handeln zu üben. Die einen verkaufen selbst bedruckte T-Shirts, die anderen handwerk- liche Dienstleistungen. Am Hellweg Berufskolleg in Unna bietet die MaxKlima SAG Energieberatungen an, unter dem Motto: Strom sparen – den Geldbeutel entlasten – das Klima schützen. Ingmar Zehn, schwarzes Sakko, weißes Hemd und bordeauxfarbene Krawatte zur lässigen Jeans, stellt sich als Vorstandsvorsitzender der MaxKlima SAG vor. Während im Hintergrund eine PowerPoint-Präsenta tion über die Leinwand flimmert, spricht er von Klimaschutz und Sparpotenzialen; erklärt fachmän- nisch die Dienstleistung der Firma, die er vertritt; erläutert deren Nutzen für Kunden und Um- welt. Allein sein Sprechtempo ist ein wenig eilig und erinnert daran, dass hier kein Profi- Consultant auftritt: Ingmar Zehn ist 17 Jahre alt und Schüler am Hellweg Berufskolleg Unna. Die Abkürzung SAG im Firmennamen steht für Schüler-Aktiengesellschaft und ist ein Projekt der zwölften Klasse im Bildungsgang Infor mationstechnische Assistentin / Informationstechni- scher Assistent. Diesen Berufsabschluss haben die Teilnehmer – in diesem Jahrgang sind es tatsächlich nur Jungs – am Ende ihrer Schulzeit ebenso in der Tasche wie das Abitur. Eingebettet in das Fach Wirtschaftslehre ist die Schülerfirma so etwas wie ein Probelauf in Sachen Selbständigkeit und Firmengründung. „Ich unterrichte die Klasse auch im Fach Politik, in dem der Klimawandel im Lehr- plan steht. In der Schülerfirma übertra- gen wir die Theorie aus beiden Fächern auf die Praxis“, erklärt Lehrer Marcus Humm. Von ihm stammt die Geschäftsidee, die hinter der MaxKlima SAG steckt: Energieberatungen für Privathaushalte und Schulen. Das Konzept: Die Schüler besuchen ihre Kunden vor Ort und spüren Energiefresser im Haushalt auf. Sie recherchieren, wie viel Strom, CO2 und damit bares Geld die Kunden durch verbrauchsärmere Elekt- rogeräte sparen können. Zusätzlich vergleichen sie die Preise verschiedener Energieversorger und raten im Zweifel zum Anbieterwechsel. Für diese Dienst leistung zahlen die Kunden moderate 20 Euro plus zehn Prozent der Summe, die jährlich eingespart wer- den, wenn die Vorschläge umgesetzt werden. Soviel zum Geschäftsmodell. Die Gründung nahmen die Schüler selbst in die Hand. Sie stimmten über den Lehrer Marcus Humm im Projektunterricht. 57